Vor kurzem habe ich im Rahmen einer Diskussion mit Seminarteilnehmern aus einer eher spontanen, aber überzeugten Eingebung heraus den Satz „…und wir sind viele“ formuliert. Zum Abschluss jedes gemeinsamen Arbeitstages lade ich meine Teilnehmer ein, sich einen persönlichen Reminder zu erstellen mit Blick auf: Was wirst du mitnehmen in deinen Arbeitsalltag? Welche Worte, Erfahrungen, Bilder und Begegnungen werden nachwirken? Was von dem hier möchtest du leben und wie kannst du dich selbst daran erinnern?

Ein wenig überrascht mich, dass „Wir sind viele“ sich ganz selbstständig und unbemerkt in meinen persönlichen Reminder geschlichen hat. Und bei genauerem hinspüren wundert es mich gar nicht mehr:

Mein Main Charakter-Dasein (kleine Auffrischung zum M.C.-Dasein: Blogbeitrag vom 04.September 2023) fühlt sich Katlll-echt und herrlich lebendig an und keinen Millimeter möchte ich weniger davon in mir. Zwangsläufig bringt das „eigen sein“ und das „eigene“ leben aber auch das Anderssein mit sich. Meistens finde ich es ziemlich gut, nicht in die üblichen Gesellschaftsschablonen zu passen und meine Lebensdinge nicht zu tun wie „man“ das eben so tut. Stattdessen versuche ich das Leben auf Katlll-Art zu leben und mich nicht von informellen Regeln beschränken zu lassen. Manchmal strengt es mich aber auch an – das „für sich einstehen“.

Ich habe eine tiefe Abneigung etwas zu tun nur weil „man“ das eben so tut. Mich überzeugt der mahnende „man-Zeigefinger“ nicht mehr. Und wer ist überhaupt „man“? Und warum sollte „man“ bestimmen wie ich lebe? Mein Leben soll Katlll-Handschrift tragen. Ganz eigen und mit dem Risiko, dass es nur für mich lesbar ist. Das ist der Plan!

An dem ein oder anderen Ort – habe ich festgestellt – gibt es noch andere M.C.-Originale, die bereit sind, dass woran sie glauben, zu leben – unabhängig von dem Urteil anderer. Ich fühle mich mit diesen Menschen tief verbunden. Und zu einigen von ihnen pflege ich inzwischen einen intensiven Austausch. Nicht selten stützen wir uns gegenseitig und spüren die Kraft, die in der Gemeinsamkeit entsteht. Ich freue mich über jeden neuen Main Charakter, dem ich begegnen darf. Und dann wird mir bewußt: Wir sind viele… verteilt in der Fläche. Überall gibt es welche von uns und wir strahlen aus, ziehen an und sind mit einer Botschaft unterwegs. Wie gut, denn weiterhin glaube ich, dass es uns braucht! Und wer weiß was möglich ist, wenn wir uns zusammentun…

Liebe Grüße an alle Main Charakter-persons…